2017

Wie lange darf die Kirche schweigen? - Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" (1937) und ihre Bedeutung in der politischen Lage heute.

Eine Diskussionsveranstaltung für Jugendliche und junge Erwachsene

Wie lange darf die Kirche schweigen? -
Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" (1937) und ihre Bedeutung in der politischen Lage heute.

Datum/Zeit
Mittwoch, 10. Mai 2017, 19 bis 21 Uhr

Mit brennender Sorge ist eine Enzyklika (ein Schreiben mit einer Stellungnahme des Papstes zu einem bestimmten Thema) von Papst Pius XI. Die Enzyklika wurde 14. März 1937 unterzeichnet und am 21. März veröffentlicht. Das päpstliche Rundschreiben behandelt die Lage der katholischen Kirche im Deutschen Reich.

Dem Vatikan war ein Kunststück gelungen. Erst in der Nacht vor der öffentlichen Verlesung der Enzyklika wurde Propagandaminister Goebbels informiert, eine Erklärung solle in den Kirchen verlesen werden. Am 21. März 1937, stiegen tausende von Pfarrern und alle Bischöfe im Reich auf die Kanzeln und verlasen vor einem Millionenpublikum ungehindert eine harsche päpstliche Nazischelte.

Die katholische Kirche war in den Jahren 1930 bis 1933 vielfach als Kritikerin des Nationalsozialismus aufgetreten. Nachdem sich Hitler jedoch kirchenfreundlich äußerte und in seiner am 23. März 1933 in einer Regierungserklärung die beiden christlichen Kirchen als "wichtigste Faktoren zur Erhaltung unseres Volkstums" bezeichnete, schränkte die katholische Kirche ihre bisherige Kritik ein.
Ziel der Kirche war es nun ihre Sonderrechte zu sichern. Am 20. Juli 1933 wurde das Reichskonkordat (Vertrag zwischen einem Staat und einer Glaubensgemeinschaft) zwischen Reichsregierung und dem Vatikan unterzeichnet. Dieser Vertrag beendete den politischen Katholizismus, garantierte der Kirche aber ihre Selbstverwaltung, das Fortbestehen der Bekenntnisschulen und die Freiheit des Bekenntnisses sowie seiner öffentlichen Verbreitung.
Bereits im Herbst 1933 stellte das Bischofsamt fest, dass das NS-Regime den Vertrag fortwährend brach. Ab 1935 wurden zahlreiche katholische Geistliche wegen angeblicher Sittlichkeits- und Devisenvergehen angeklagt und verfolgt, Eingaben des Bischofsamts blieben ohne Erfolg.
Daraufhin erschien 1937 die päpstliche Enzyklika "Mit brennender Sorge", in der Papst Pius XI. (1857-1939) die Vertragsbrüche anklagte.
Nach der Verlesung der Enzyklika von den Kanzeln erreichten die Verfolgungen von katholischen Geistlichen in Deutschland einen traurigen Höhepunkt.

Veranstalter/in
Albertus-Magnus-Gymnasium, Katholische Hochschulgemeinde und Lernort Geschichte

Referenten
Dr. Roland Müller, Ltd. Stadtarchivdirektor Stadt Stuttgart
Dr. Christian Hermes, Kath. Stadtdekan von Stuttgart

Moderation
Christina Metke, Geschäftsführerin des VDP Verband Deutscher Privatschulen e.V.

Anmeldung

© gemeinfrei, urheberrechtliche Schutzfrist ist abgelaufen
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